Archive für Kategorie: Medien

Die passenden, letzten Worte zum aktuellen „Skandal“ um Brüderle hat Cora Stephan gefunden. Diese wurden von Zettel wunderbar ergänzt.

Zitat des Tages: Wehklagen über „Sexismus“. Cora Stephan zur Brüderle-„Affäre“

Der Links zu Cora Stephans Artikel befindet sich direkt unter dem Zitat in Zettels Raum.

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Zur aktuellen Kampagne, die zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen soll, nämlich Gender-Feministische Krawal-Rhetorik zur Etablierung des realitätsfremden Gender-Weltbildes mit eine Kampagne gegen die FDP nach ihrem unerlaubt guten Abschneiden zu verbinden, gibt es hauptsächlich drei lesenswerte Beiträge zu dem leidigen Thema, die alles zu dieser Kampagne sagen und einen eigenen Kommentar meiner Wenigkeit dazu erübrigt (meinen spontanen Zynismus zu der Angelegenheit konnte ich mir aber natürlich nicht verkneifen):

Von „LLarian“, der immer wieder die passenden, ruhigen und durchdachten Worte zu den großen, lauten Themen der veröffentlichten Meinung findet:
http://83273.homepagemodules.de/t5852f14-Zettels-Meckerecke-Diffamierungskampagne-6.html#msg88327

Aus Zettels Raum: http://zettelsraum.blogspot.de/2013/01/zettels-meckerecke-bruderle-und-die.html

Und zu guter Letzt von Herrn Danisch, der nicht nur treffende Worte findet, um mal wieder mehr Realität in die Debatte zu bringen, sondern auch noch ein bisschen Hintergrund bezüglich des Twitterlärms einer lautstarken Minderheit liefert: http://www.danisch.de/blog/2013/01/26/schmierenjournalismus/
Die wichtigsten Punkte (die nicht das komplette Lesen ersetzen sollen) aus meiner Sicht:

„Stefanie und die besagte Presse argumentieren, dass Frauen ein Recht haben nicht belästigt zu werden (Männer wohl dann schon, ist aber Nebensache). […] Es hängt vom Belästigungsbegriff ab. Ich für meinen Teil meine das das Betrachten eines potentiell attraktiven Partner keine Belästigung darstellt. Und auch das Fragen nicht. Denn ich glaube die Gesellschaft, die das als Belästigung betrachtet (ist ja am Ende eine Frage der Definition) eine sehr, sehr arme Gesellschaft wäre. Wir würden uns unsere Partner wohl tatsächlich nur noch über Anzeigen suchen können, oder zumindest an Orten, die speziell als „Belästigungszone“ vorgesehen sind, oder, im Extremfall, würden wir tatsächlich unsere Verwandtschaft oder Bekanntschaft nutzen müssen, um potentielle Partner zu finden. Herzlichen Glückwunsch.Ich frage mich tatsächlich wie sich mancher oder manche eine solche Gesellschaft vorstellt. Ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung hat seinen Partner am Arbeitsplatz kennengelernt, andere lernen ihre Partner bei Freizeitgestaltung, bei ihren Hobbys oder in der Kirche kennen. Alles mit Sicherheit ausserhalb zukünftig angedachter „Belästigungszonen“. Man kann sich selbst mal an die Nase fassen und sich fragen wo man seine Partner kennengelernt hat, und wieviel Belästigung man wohl bei diesen Partnern (!) erlebt hat. Denn ganz simpel: Einer muss ja mal gefragt haben und da wir nicht in Zelten rumlaufen ist wohl auch davon auszugehen, dass sich der eine Partner den anderen auch schonmal angesehen hat. Ich finde auch die Vorstellung abstrus nicht fragen zu dürfen. Wenn es eine Belästigung ist eine Frage stellen zu können, dann wird die Frage auch nie gestellt werden können. Wollen wir das wirklich ? „

Quelle: LLarian in Zettels kleinem Zimmer
Und zu dem Hintergrund der Twitter-Kampagne:

„Es ist ja mittlerweile in Mode gekommen und schon häufiger passiert, dass über Social Media Meinungen von vermeintlich vielen Leuten gepumpt werden, und in Wirklichkeit eine Medienagentur dahintersteckt, die das alles inszeniert.

[…]

Es gibt inzwischen Medienagenturen, die sich darauf spezialisiert habe, in Social Media eine große Zahl von Menschen vorzugaukeln.
Schaut man sich an, dass hinter der #Aufschrei-Diskussion eine gewisse Anne Wizorek steckt, die in Berlin wohnt und sich als „digital communications consultant” bzw. „beraterin für digitale strategien & online-kommunikation” nennt, dann drängt sich geradezu der Verdacht auf, dass das alles eine inszenierte Medienaktion und ein großer, wenn nicht der größte Teil des #Aufschrei-Getwitters Desinformation und Propaganda ist, betrieben von einer Medienagentur. Und dieses einhellige, synchrone und völlig kritiklose konzertierte Medienecho spricht ebenfalls dafür, dass das alles ein inszenierter Schwindel ist. „

Quelle: Danisch auf seinem Blog

Vielen Dank für diese Hintergrundinformationen, nach denen ich selber gar nicht erst versucht hätte zu suchen. Bin einfach nicht darauf gekommen, dass es sich lohnen würde. Man lernt halt nie aus.

Brüderle hat mit seinen Kommentaren zu einer bayrischen Tracht und einem Handkuss sich natürlich absolut inakzeptabel benommen. War ja klar. Das nennt man unter Feministinnen Definitionshoheit des Opfers. Sorgt auch dafür, dass sich jemand selber zum Opfer erklären kann, danach diese Einschätzung aber nicht mehr in Zweifel gezogen werden darf (wegen der Definitionshoheit des Opfers).

Gut, bei Bill Clinton waren die Amis jetzt schon ein wenig Prüde, denn hier war die Sachlage eine ganz andere:

1. Es handelte sich nicht um eine Journalistin, sondern eine Praktikantin.

2. Es gab nicht das Angebot einer Tanzkarte, sondern einer Zigarre… Einer biologischen Ökozigarre. Das geht in Ordnung, denn das ist etwas ganz anderes, als eine außerhalb Bayerns grenzwertige Anspielung daran, wie gut einer Frau eine bayrische Tracht stehen würde.

3. Da einige prüde Spießer Clintons Aktion für Ehebruch hielten und meinten, das ginge die Öffentlichkeit etwas an, musste der arme Kerl sogar vor einen Untersuchungsausschuss. Das gleicht jedes Fehlverhalten wieder aus, auch das er…

4. …leider einen Meineid ablegen „musste“, damit ihn die Republikaner nicht wegen dieser Lapalie dran bekommen.

5. Als das heraus kam hat man ihn sogar unter dem total abstrusen Vorwand, eine Falschaussage unter Eid vor einem Untersuchungsausschuss der Legislative ginge ja gar nicht, ein Amtsenthebungsverfahren zugemutet. Dies war natürlich offensichtlich ein Versuch der U.S.-Republikaner, also der bürgerlichen Reaktion, an die allseits bekannte Prüderie der Amerikaner zu appelieren.

6. Das Amtsenthebungsverfahren ist dann natürlich an den Parteiseilschaften zu den demokratischen Senatoren an der (sexuell) aufgeklärten Weitsicht der U.S.-Demokraten im Senat gescheitert. Wenigstens eine Stimme der Vernunft, die das Spiel sofort durchschaut hat und erkannte, dass es nicht um einen Meineid, sondern um eine miefige Aktion prüder Spießer ging.

Deshalb gilt Clinton heute zu Recht noch als großer Staatsmann und die prüden Kampangentreiber sollten sich was schämen.

Huch, jetzt habe ich meiner zynisch-satirischen Ader versehentlich freien lauf gelassen.

 

Wohin diese Willkür führt (über die man sich nicht beschweren darf, sonst hagelt es persönliche Angriffe), hat LLarian wunderbar zusammengefasst:

„Was für eine Gesellschaft wollen wir eigentlich ?“ von LLarian

 

Spiegel Online bringt einen Bericht über Lügen im Wahlkampf und ihre (kaum vorhandenen) Folgen für die Lügner. Und zwar auf beiden Seiten. Stimmt schon, da hat der Spiegel nicht unrecht. Allein, man kann mal wieder nicht der Versuchung widerstehen die Lage tendenziös und einseitig zugunsten Obamas darzustellen. So hat man zwei Fliegen mit einer klappe geschlagen: Zum einen hat man eingestanden, dass auch Obamas Lager lügt, aber natürlich würden die Republikaner 5 mal mehr Lügen. So hat man sich gegen einzelne, konkrete Beispiele von Lügen aus dem Obama-Wahlkampfteam immunisiert, denn damit würde ja keine Statistik widerlegt werden, auf die man sich nun berufen wird, um Obama als 5 mal anständiger darzustellen. Aber natürlich kein Engel, ist ja auch nur ein Mensch, so ist uns Obama dann doch wieder ganz nahe, denn wir alle Lügen ja mal, nicht wahr? Hier ein kleines Zitat aus „Wahlkampf der Lügner„, einfach mal aufmerksam lesen:

Ryans Parteitagsrede in Tampa ist dafür ein gutes Beispiel: Unverfroren griff er Präsident Barack Obama an, die Empfehlungen einer überparteilichen Kommission zur Reduzierung des Haushaltsdefizits ignoriert zu haben. Was Ryan verschwieg: Er selbst gehörte dieser Kommission an und war maßgeblich daran beteiligt, dass es zu keiner Einigung kam.

Jede zehnte Aussage von Romney und Co. ist falsch, jede 50. der Demokraten

Ein weiteres Beispiel: Ryan klagte Obama an, 760 Milliarden Dollar aus dem Topf für „Medicare“ entnehmen zu wollen, der Gesundheitsversorgung für Senioren. Wie er selbst ähnlich hohe Kürzungen begründet, ließ Ryan elegant weg. Dass er dem Präsidenten die Schließung einer General-Motors-Niederlassung vorhielt, die schon zumachte, als Obama noch gar nicht Präsident war, fiel da kaum noch ins Gewicht.

Der letzte Satz leitet komplett in die Irre: Es fällt in diesem Zusammenhang sogar sehr ins Gewicht, wie Ryan Obama die Schließung einer GM-Niederlassung vorhält, die noch vor seinem Amtsantritt geschlossen wurde. Es ist von allen drei genannten Beispielen nämlich die einzige richtige und damit die erste wirklich Lüge (oder zumindest dreistes in die Irre leiten), die der Artikel Ryan vorwerfen kann. Die anderen beiden Punkte sind im schlimmsten Falle die in der Politik üblichen, einseitigen Darstellungen des politischen Handelns eines Politikers durch einen gegnerischen Politiker, eventuell nicht mal das, aber noch lange keine Lügen. Es macht zum Beispiel einen riesigen Unterschied, ob jemand 760 Milliarden Dollar einsparen will oder es wegnehmen möchte um es an anderer Stelle zu verpulvern. Und ob Ryan so maßgeblich am Scheitern  der Verhandlungen die Verantwortung trägt ist, wie bei politischen Verhandlungen üblich, durchaus Ansichtssache. Da hat wohl jemand seine Wahrheit direkt aus Obamas Wahlkampfbüro bezogen. Nicht weiter schlimm, bloß objektiver Journalismus, der Deutsche über eine ausländische Wahl informieren soll, ist das auch nicht. Da hätte man beide Seiten zu einer Positionierung befragen und wiedergeben müssen. Und ähnlich geht es dann auch direkt im Anschluss nach dem oben zitierten, einzigen validen Punkt weiter:

Ebenso wenig, dass entgegen seiner Beteuerungen Ryans eigener Haushaltsplan nach Ansicht von Experten keineswegs Amerikas Schulden reduzieren würde, weil dieser neben massiven Sozialkürzungen auch radikale Steuersenkungen vorsieht.

Der übliche Streit über den Unterschied von Steuersätzen und Steuereinnahmen. Ja, da kann man drüber streiten. Ja, da stellt ein Politiker nur seine Annahmen und nicht die des Gegners als glaubwürdig da. Natürlich, was erwartet man denn? Aber eine Lüge? Bitte, dieses Berufen auf anonyme, nicht einmal genannte Experten ist bei solchen ökonomischen Diskussionen kein Argument, um die gegnerische Position gleich als Lüge abtun zu können und hier Ryan als Lügner zu diffamieren.

Von vier Positionen nur eine richtige Lüge. Aber alle 4 nimmt der Spiegel als Beispiele für angebliche Lügen. Wenn das exemplarisch ist, dann wundert es nicht, wie man auf fünf mal mehr Lügen bei den Republikanern kommt: Man bewertet sich die Aussagen (und definiert sich den Begriff Lüge) zurecht, bis das gewünschte Ergebnis herauskommt, welches man dem Leser präsentieren möchte.

 
Und Obamas Wahlkampf? Nun, denn halte ich auch für Schmutzig und niederträchtig, persönlich und unter der Gürtellinie agierend. Natürlich arbeitet hier auch Obama mit lügen, dies ist jedoch nicht mein Hauptkritikpunkt am Obama-Wahlkampf, denn Lügen tun ja beide. Doch zweifelhaft Bewertungen von Romneys Verhalten und seines Charakters mögen zwar, aus meiner Sicht, moralische Tiefschläge des Obamawahlkampfes sein, ethisch-moralisch totale Irrläufer. Aber auch (nur) genau das werfe ich Obamas Wahlkampf vor: Die ethisch-moralische Irreleitung des Obama-Teams zu offenbaren, durch die Art ihrer Bewertungen von Romneys handeln und Charakter, durch die Art ihrer persönliche Attacken und Ablenkung von der Sache und der Kombination diese Aspekte in vielen Angriffen des Obamawahlkampfes gegen Romney. Moralische Bewertungen sind nicht richtig oder falsch. Sie sagen aber etwas über den aus, der sie trifft. Wie auch das betreiben einer Schlammschlacht unter der Gürtellinie, um von den Sachthemen abzulenken.

Der Artikel kommt ausgewogen und nicht einseitig daher. Er ist ein wunderbares Beispiel, wie man hinter diesem Schleier tendenziöse Stimmungsmache verbergen kann.

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